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homelab-infra/docs/homelab-optimierung.md
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2026-06-10 20:40:05 +02:00

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# Homelab-Optimierung — Assessment 2026-06-10
Read-only-Analyse des Repos (Stand `master`, lokale Arbeitskopie 2026-06-10).
Keine produktiven Änderungen durchgeführt. Alle Empfehlungen sind Vorschläge
mit Rollback-Plan; nichts wurde deployed.
## Executive Summary
Das KalliLab-CORE-Homelab ist für ein Ein-Host-Setup ungewöhnlich reif:
GitOps mit Gitea+Komodo, sauberes Netzmodell (frontend/backend/app-intern),
Authelia mit 2FA-Catch-all, belegte Restore-Drills für alle Tier-1/2-Dienste,
Off-site-Borg nach Hetzner, DR-Workstation-Kit, Monitoring mit Prometheus/
Loki/Grafana/Alertmanager→ntfy. Die Doku-Disziplin ist das eigentliche Asset.
Die größten realen Lücken liegen nicht in der Architektur, sondern in der
**Container-Betriebsebene**: 20 von 30 Stacks haben keinen Healthcheck, kein
einziger Container hat Memory-/CPU-Limits, und mehrere Images laufen auf
mutablen Tags (`release`, `latest`, `:2`), bei denen Renovate-Digest-Bumps
faktisch unkontrollierte Versionssprünge sind — am kritischsten bei Immich.
Dazu kommen zwei strukturelle Risiken: **AdGuard ist DNS-SPOF ohne Fallback**
(hat bereits einen Teil-Deploy-Ausfall verursacht) und **Borg-Backups sind
vom Host aus löschbar** (append-only bewusst abgelehnt, aber die kostenlose
Kompensation — Hetzner-Storage-Box-Snapshots — ist nicht aktiviert).
## Gesamtbewertung
| Bereich | Note | Begründung |
|---|---|---|
| Architektur | **sehr gut** | klares Netzmodell, dokumentierte Ausnahmen, ein Ingress, Compose-first konsequent |
| Netzwerk/DNS/Proxy | **gut, ein SPOF** | Traefik v3 labelbasiert sauber; AdGuard+Unbound ohne zweiten Resolver — bekannter Vorfall (Bulk-Deploy-DNS-Ausfall, `docs/runbooks/komodo-bulk-deploy-dns.md`) |
| Container-Betrieb | **mittel** | 10/30 Stacks mit Healthcheck, 0 Ressourcen-Limits, mutable Tags hinter Digests versteckt |
| Storage/Backups | **sehr gut** | Borg→Hetzner, Dumps, H:/-Nearline, Restore-Drills mit Reports belegt; offen: Backup-Löschschutz |
| Security/Secrets | **gut** | `_FILE`/Stack-ENV konsequent, 2FA-Catch-all, WAN nur 443/tcp; `no-new-privileges` nur in 10/30 Stacks trotz P8-Pflichtregel |
| Monitoring/Alerting | **gut** | Prometheus/Blackbox/Loki/ntfy-Kette steht; Monitoring-Stack selbst hat keine Healthchecks und überwacht sich nicht selbst |
| Automatisierung/IaC | **sehr gut** | Komodo-Webhooks, Renovate, Posture-Check, Critical-Events-Watcher; manuelle Sync-Ausnahmen (traefik/dynamic, Authelia-Config) sind dokumentiert, aber fehleranfällig |
| Ausfallsicherheit | **bewusst begrenzt** | Ein Host, keine USV (geparkt Q3/2026), kein WAN-Failover — als akzeptiertes Risiko dokumentiert, das ist legitim |
| Strom/Kosten | **keine Daten** | keine Verbrauchsmessung im Repo sichtbar — siehe offene Fragen |
## Top 10 Verbesserungen nach Mehrwert
### 1. Immich vom `release`-Tag auf Versions-Tag pinnen
- **Beobachtung:** `apps/immich/docker-compose.yml:4` nutzt `immich-server:release@sha256:...` (ebenso ML). Renovate aktualisiert Digests — beim `release`-Tag ist ein "Digest-Update" in Wahrheit ein Major-/Minor-Versionssprung, ohne dass es im PR-Titel sichtbar wird. Immich ist berüchtigt für Breaking Changes zwischen Minors.
- **Warum relevant:** Ein gemergter "harmloser" Digest-PR kann Immich unangekündigt auf eine inkompatible Version heben (DB-Migrationen, ML-Modell-Wechsel).
- **Änderung:** Tag auf die konkret laufende Version umstellen (z. B. `immich-server:v2.x.y@sha256:<aktueller Digest>`), gleiche Vorgehensweise wie bei Mealie/Paperless. Laufende Version ermitteln: `docker exec immich_server cat /usr/src/app/package.json | grep version` oder Immich-UI → Version.
- **Verifikation:** Renovate erzeugt danach Versions-PRs statt stiller Digest-PRs; `docker inspect immich_server --format '{{.Config.Image}}'` zeigt den Versionstag.
- **Rollback:** Commit revert; Digest bleibt identisch, kein Redeploy-Zwang.
- **Nebenwirkungen:** keine zur Laufzeit (Digest unverändert). | Nutzen: **hoch** | Risiko: niedrig | Aufwand: klein | sofort
- Gleiches Muster prüfen für: `komodo:2`, `ddns-updater:latest`, `scrutiny:latest-omnibus`, `glances:latest-full` sowie tag-lose digest-only Images (`mail-archiver`, `borg-ui`, `ntfy` — Version im Compose unsichtbar).
### 2. Hetzner-Storage-Box-Snapshots als Ransomware-/Fehlbedienungsschutz aktivieren
- **Beobachtung:** Borg `append-only` wurde am 2026-06-01 bewusst verworfen (forced-command brach Key-Auth). Damit kann jeder mit dem Borg-Key (Host, borg-ui-Container mit `/local/secrets`-Mount) Archive **löschen** — ein kompromittierter Host vernichtet auch das Off-site-Backup.
- **Warum relevant:** Das ist die einzige verbliebene Lücke in einer sonst sehr guten Backup-Kette.
- **Änderung:** In der Hetzner-Robot-Konsole automatische Snapshots der Storage Box aktivieren (z. B. täglich, 714 Tage Retention). Snapshots sind host-seitig nicht löschbar und im Storage-Box-Preis enthalten.
- **Verifikation:** Robot-Konsole zeigt Snapshot-Liste; nach 2 Tagen: zwei Snapshots vorhanden. Restore-Probe: einzelne Datei aus Snapshot über das Snapshot-Verzeichnis lesen.
- **Rollback:** Snapshots deaktivieren — rein additiv, keine Auswirkung auf Borg.
- **Nebenwirkungen:** Snapshots zählen ggf. anteilig aufs Quota (aktuell 65 GB / 1 TB — viel Luft). | Nutzen: **sehr hoch** | Risiko: niedrig | Aufwand: klein (<30 min) | sofort
### 3. DNS-Fallback gegen den AdGuard-SPOF
- **Beobachtung:** AdGuard ist einziger LAN-Resolver. Der dokumentierte Vorfall (Bulk-Deploy: AdGuard-Recreate → Host ohne DNS → Komodo-Pulls scheitern) ist genau dieses Muster; das Runbook behandelt nur das Symptom.
- **Warum relevant:** Jeder AdGuard-Ausfall (Update, OOM, Disk) nimmt LAN + Host-DNS gleichzeitig mit — auch die Reparaturfähigkeit (Image-Pulls!) hängt daran.
- **Änderung (gestuft):**
- a) Host-Ebene: zweiten Nameserver (z. B. `1.1.1.1`) in der Unraid-Netzwerkkonfig als Fallback hinter `192.168.178.58` eintragen. Damit kann der Host immer Images pullen.
- b) LAN-Ebene: in der FRITZ!Box als zweiten lokalen DNS die FRITZ!Box selbst (oder einen Public DNS) hinterlegen — bewusster Trade-off: bei AdGuard-Down kein Ad-Blocking statt kein Internet.
- **Verifikation:** `docker stop adguard` im Wartungsfenster → `nslookup gitea.com` auf dem Host funktioniert weiterhin; danach `docker start adguard`.
- **Rollback:** Nameserver-Eintrag entfernen.
- **Nebenwirkungen:** DNS-Anfragen können am Filter vorbeilaufen, solange AdGuard down ist (gewollt); Fallback-Resolver sieht dann Anfragen (Privacy-Abwägung). | Nutzen: **hoch** | Risiko: niedrig | Aufwand: klein | diese Woche
### 4. Healthchecks für die App-Stacks nachrüsten
- **Beobachtung:** Nur 10 von 30 Compose-Dateien definieren Healthchecks (traefik, gitea, vaultwarden, authelia, postgresql17, redis, komodo, bentopdf, glances, hermes). **Ohne:** Nextcloud (App+DB+Redis), Immich (alle 4), Paperless, Mealie, Mail-Archiver, n8n, AdGuard, Unbound und der komplette Monitoring-Stack (11 Services).
- **Warum relevant:** Ohne Healthcheck meldet Docker "Up", auch wenn die App hängt; der Critical-Events-Watcher sieht nur `die`/`oom`, keine Hänger. Prometheus-Blackbox prüft nur HTTP-Routen von außen.
- **Änderung:** Pro Stack einen minimalen Healthcheck ergänzen, priorisiert: Nextcloud (`curl -f http://localhost/status.php`), Paperless, Mealie, n8n, Unbound (`drill @127.0.0.1 cloudflare.com` bzw. `unbound-control status`), AdGuard. Stackweise deployen, nicht als Bulk (siehe DNS-Runbook!).
- **Verifikation:** `docker ps --format '{{.Names}} {{.Status}}'` zeigt `(healthy)`; cAdvisor/Glance zeigen Health-Status.
- **Rollback:** Healthcheck-Block entfernen, Redeploy — kein Datenrisiko.
- **Nebenwirkungen:** Falsch kalibrierte Checks (zu kurze `start_period`) können Flapping erzeugen; konservativ starten (`interval: 60s`, `retries: 5`). | Nutzen: **hoch** | Risiko: niedrig | Aufwand: mittel | diesen Monat
### 5. Memory-Limits für die größten Verbraucher
- **Beobachtung:** Kein einziger Service hat `mem_limit`/`deploy.resources`. Auf einem Ein-Host-System konkurrieren ~50 Container; ein Speicherleck (Immich-ML, Nextcloud-PHP, Loki) kann den Host-OOM-Killer auslösen, der dann beliebige Tier-1-Container trifft (Postgres!).
- **Warum relevant:** Der OOM-Killer wählt nach Score, nicht nach Wichtigkeit. Limits machen den Blast-Radius deterministisch: die fehlerhafte App stirbt, nicht die Datenbank.
- **Änderung:** Erst messen: `docker stats --no-stream --format '{{.Name}}\t{{.MemUsage}}'` über ein paar Tage (oder cAdvisor-Dashboard `container_memory_working_set_bytes`). Dann Limits = Peak × 1,5 für die Top-5-Verbraucher (typisch: immich-ml, nextcloud, paperless, plex, prometheus) setzen.
- **Verifikation:** `docker inspect <c> --format '{{.HostConfig.Memory}}'`; Grafana-Panel Memory vs. Limit; keine neuen `oom`-Events im Critical-Events-Log.
- **Rollback:** Limit-Zeilen entfernen, Redeploy.
- **Nebenwirkungen:** Zu knappe Limits OOM-killen die App selbst — deshalb messen statt raten, und Limits nur bei unkritischen Apps zuerst. | Nutzen: **hoch** | Risiko: mittel | Aufwand: mittel | diesen Monat
### 6. `no-new-privileges` flächendeckend gemäß P8
- **Beobachtung:** Architektur-Regel P8 verlangt `no-new-privileges:true` standardmäßig; gesetzt ist es nur in 10 von 30 Stacks. Es fehlt u. a. bei allen Apps mit WAN-Exposition (Nextcloud, Immich, Paperless, Mealie, ntfy, n8n).
- **Warum relevant:** Billige Defense-in-Depth gegen Privilege-Escalation nach App-Kompromittierung — genau bei den exponierten Diensten am wertvollsten. Aktuell: dokumentierte Regel ≠ gelebter Stand (Policy-Drift).
- **Änderung:** `security_opt: ["no-new-privileges:true"]` in die fehlenden Stacks, stackweise mit Smoke-Test. Vorsicht bei Images mit s6/sudo-Setup (LSIO-Images wie speedtest/code-server haben es teils schon — prüfen) und bei Plex (Host-Netz, zuerst testen).
- **Verifikation:** `docker inspect <c> --format '{{.HostConfig.SecurityOpt}}'`; Posture-/Policy-Check erweitern, damit Drift künftig alarmiert.
- **Rollback:** Zeile entfernen, Redeploy.
- **Nebenwirkungen:** Container, die intern setuid brauchen (selten: einige Init-Systeme), starten nicht — fällt im Smoke-Test sofort auf. | Nutzen: mittel | Risiko: niedrig | Aufwand: mittel | diesen Monat
### 7. traefik/dynamic-Sync automatisieren statt manuell
- **Beobachtung:** `traefik/dynamic/*` (middlewares, tls, dashboards, plex) wird laut dokumentierter Ausnahme **manuell** auf den Host synchronisiert. Das ist die klassische Quelle für "Repo sagt A, Host macht B" — besonders heikel, weil hier Auth-Middlewares definiert sind.
- **Warum relevant:** Ein vergessener Sync nach einer Middleware-Änderung kann unbemerkt eine Schutzschicht im Live-Zustand alt lassen; auffallen würde es erst beim Audit.
- **Änderung:** Kleines Sync-Skript analog `services/authelia-diff.sh`: Repo-Spiegel `/mnt/user/services/homelab-infra/traefik/dynamic/` per `rsync --checksum --dry-run` gegen `/mnt/user/appdata/traefik/dynamic/` diffen; Diff ≠ leer → ntfy-Warnung über den bestehenden Posture-Check. (Stufe 2 optional: automatisch syncen; erst nur alarmieren.)
- **Verifikation:** Testweise eine Whitespace-Änderung im Repo-Spiegel → Posture-Check meldet `traefik_dynamic_drift`.
- **Rollback:** Check aus dem Posture-Skript entfernen; rein lesend, kein Produktionsrisiko.
- **Nebenwirkungen:** keine (read-only Check). | Nutzen: mittel | Risiko: niedrig | Aufwand: klein | diese Woche
### 8. Watchdog für den Monitoring-Stack selbst (Dead-Man's-Switch)
- **Beobachtung:** Die Alert-Kette ist Prometheus → Alertmanager → Bridge → ntfy. Fällt ein Glied (oder der ganze Monitoring-Stack) aus, kommen schlicht **keine** Alerts mehr — Stille ist nicht von "alles gut" unterscheidbar. Kein Healthcheck im Monitoring-Compose.
- **Warum relevant:** Das Monitoring überwacht alles außer sich selbst.
- **Änderung:** Dauerhaft feuernde `Watchdog`-Alert-Rule in `monitoring/prometheus/alerts.yml` + externen Heartbeat-Empfänger: einfachste Variante ist healthchecks.io (free) — Alertmanager-Route schickt den Watchdog alle 5 min an die Heartbeat-URL; bleibt er aus, alarmiert healthchecks.io per Mail/Push von außen.
- **Verifikation:** `docker stop monitoring-prometheus` im Wartungsfenster → externe Benachrichtigung nach ~10 min; danach Start.
- **Rollback:** Rule + Route entfernen.
- **Nebenwirkungen:** neue (kleine) externe Abhängigkeit — in `docs/EXTERNAL_DEPENDENCIES.md` eintragen. | Nutzen: **hoch** | Risiko: niedrig | Aufwand: klein | diese Woche
### 9. Lokale Arbeitskopie sauber halten (GitOps-Hygiene)
- **Beobachtung:** Die lokale Arbeitskopie hat aktuell 6 modifizierte Dateien und 2 untracked Artefakte (u. a. `docs/KalliLab_CORE_Audit_2026-06-06.pdf`, `ops/h-drive-nearline/README.md`), die nicht committed sind. Bei "Gitea = Quelle der Wahrheit" ist eine dauerhaft schmutzige Arbeitskopie ein Drift-Risiko (Änderungen gehen bei Pull-Konflikten verloren oder landen versehentlich in fremden Commits).
- **Warum relevant:** Genau die Drift-Klasse, vor der `docs/GITOPS_DRIFT_RUNBOOK.md` warnt — nur auf Ebene 2 (lokaler Clone) statt Ebene 4.
- **Änderung:** Modifizierte Doku-Dateien reviewen und committen oder verwerfen; PDF entweder committen (wenn es Referenz ist) oder in `.gitignore`/außerhalb des Repos ablegen; `ops/h-drive-nearline/README.md` committen.
- **Verifikation:** `git status` zeigt clean tree (bis auf bewusste Arbeit).
- **Rollback:** n/a (Aufräumarbeit). | Nutzen: mittel | Risiko: niedrig | Aufwand: klein (<30 min) | sofort
### 10. Doku-Drift-Fixes (klein, aber Vertrauensbasis)
- **Beobachtung:** `HOMELAB_ARCHITECTURE_MASTER_V2.md` nennt "Redis-Caches auf `redis:7.4-alpine` vereinheitlicht" — real laufen alle auf `redis:8.8.0-alpine`. Ebenso "PostgreSQL 17"-Pfade/Servicenamen bei PG 18 (letzteres ist dokumentiert bewusst, ersteres nicht).
- **Warum relevant:** Das Masterdokument ist laut eigener Regel die erste Lesepflicht für jeden (auch KI-)Eingriff; veraltete Fakten dort erzeugen falsche Entscheidungen.
- **Änderung:** Redis-Abschnitt in Sektion 13 auf 8.8 aktualisieren; bei Gelegenheit einen Mini-Check ins Posture-/Audit-Ritual: "stimmen Versionsangaben im Master noch?"
- **Verifikation:** `grep -n "7.4-alpine" HOMELAB_ARCHITECTURE_MASTER_V2.md` → leer.
- **Rollback:** trivial (Doku). | Nutzen: niedrigmittel | Risiko: keiner | Aufwand: klein | sofort
## Top 5 Risiken (zuerst entschärfen)
1. **Löschbare Off-site-Backups** — Host-Kompromittierung oder ein falscher `borg delete` vernichtet auch Hetzner. → Empfehlung 2 (Snapshots). Bis dahin ist das DR-Konzept gegen Ransomware unvollständig.
2. **DNS-SPOF AdGuard** — bereits einmal real eingetreten (Teil-Deploy 2026-06); betrifft auch die Selbstheilungsfähigkeit (Image-Pulls). → Empfehlung 3.
3. **Verdeckte Versionssprünge via `release`/`latest`-Digest-Bumps** — v. a. Immich (DB-Migrationen!). → Empfehlung 1.
4. **OOM-Kaskade ohne Limits** — ein Leck in einer Tier-3-App kann Postgres killen. → Empfehlung 5. (Der Critical-Events-Watcher meldet das nur, verhindert es nicht.)
5. **Blinde Alert-Kette** — Monitoring-Ausfall = Stille statt Alarm. → Empfehlung 8.
Bewusst akzeptierte Risiken (USV geparkt, ein Host, kein WAN-Failover, kein
zweites Off-site-Ziel) sind dokumentiert und werden hier nicht erneut
aufgemacht — die Entscheidungen sind nachvollziehbar.
## Quick Wins unter 30 Minuten
| Quick Win | Wirkung | Kommando/Weg |
|---|---|---|
| Hetzner-Snapshots aktivieren | Backup-Löschschutz | Robot-Konsole → Storage Box → Snapshots (Empf. 2) |
| Host-DNS-Fallback eintragen | Selbstheilung bei AdGuard-Down | Unraid Settings → Network → DNS 2 = `1.1.1.1` (Empf. 3a) |
| Arbeitskopie aufräumen | GitOps-Hygiene | `git status`, committen/verwerfen (Empf. 9) |
| Redis-Doku-Drift fixen | Master-Doku wieder korrekt | Sektion 13 editieren (Empf. 10) |
| Memory-Baseline ziehen | Grundlage für Limits | `docker stats --no-stream` auf dem Host, Output archivieren |
| Watchdog-Rule anlegen | Vorbereitung Dead-Man's-Switch | `alerts.yml` + healthchecks.io-Account (Empf. 8) |
## 30-Tage-Optimierungsplan
**Woche 1 — Risiko-Entschärfung (alles klein):**
Hetzner-Snapshots (Empf. 2) · Host-DNS-Fallback + Stop/Start-Test (Empf. 3a) ·
Immich-Tag-Pinning (Empf. 1) · Arbeitskopie aufräumen (Empf. 9) ·
Memory-Baseline starten.
**Woche 2 — Beobachtbarkeit:**
Dead-Man's-Switch produktiv (Empf. 8) · traefik/dynamic-Drift-Check in den
Posture-Check (Empf. 7) · Healthchecks für Nextcloud, Paperless, Mealie, n8n
(Empf. 4, stackweise).
**Woche 3 — Hardening:**
`no-new-privileges` für alle WAN-exponierten Apps (Empf. 6) · Healthchecks
für AdGuard/Unbound/Monitoring-Kern · restliche Mutable-Tag-Kandidaten pinnen
(komodo, scrutiny, glances, ddns-updater, tag-lose digest-only Images).
**Woche 4 — Stabilität:**
Memory-Limits aus der Baseline für die Top-5-Verbraucher (Empf. 5) ·
FRITZ!Box-DNS-Fallback-Entscheidung (Empf. 3b) · Doku nachziehen
(Master Sektion 13, SERVICE_CATALOG, dieses Dokument abhaken).
## Größere Projekte mit hohem Nutzen (später)
- **End-to-end-DR-Drill** sobald zweite Hardware existiert (bereits geplant,
bleibt der wertvollste offene Beweis).
- **Strom-/Kostentransparenz:** smarte Steckdose mit Messfunktion (z. B.
Shelly Plug S) vor den Unraid-Host, Werte via Home Assistant → InfluxDB 3 →
Grafana. Erst messen, dann ggf. optimieren (Spindown-Policy, CPU-Governor).
Messbarkeit: W-Dauerlast und kWh/Monat als Grafana-Panel.
- **USV-Review Q3/2026** wie geparkt — nach Strommessung lässt sich die
USV-Dimensionierung direkt ableiten.
- **Renovate-Policy verfeinern:** Digest-PRs für mutable Tags entweder
abschalten oder mit Warn-Label versehen, damit Befund 1 strukturell nicht
zurückkommt.
## Konkrete Verifikationskommandos (Sammlung, alle read-only)
```bash
# Health-Status aller Container
docker ps --format '{{.Names}}\t{{.Status}}' | sort
# Memory-Baseline
docker stats --no-stream --format '{{.Name}}\t{{.MemUsage}}\t{{.MemPerc}}' | sort -k3 -hr | head -15
# Welche Container ohne no-new-privileges laufen
docker ps -q | xargs docker inspect --format '{{.Name}} {{.HostConfig.SecurityOpt}}' | grep -v no-new-privileges
# Effektive Image-Referenzen (mutable Tags erkennen)
docker ps --format '{{.Names}}\t{{.Image}}' | grep -E 'latest|release|:2$|:[0-9]+$'
# DNS-Fallback-Test (Wartungsfenster!)
docker stop adguard && nslookup gitea.com && docker start adguard
# Borg-Snapshot-Gegenprobe (nach Aktivierung, von der Storage Box)
ssh -p 23 u565255@u565255.your-storagebox.de ls .snapshots/ 2>/dev/null || echo "via Robot-Konsole prüfen"
```
## Rollback-Hinweise (generell)
- Jede Compose-Änderung: Revert-Commit nach Gitea pushen → Komodo deployed
den Vorzustand; Datenpfade bleiben unberührt (alle Empfehlungen hier sind
config-only, keine Daten-/Volume-Migrationen).
- Healthchecks/Limits/security_opt: Zeilen entfernen + Redeploy genügt.
- Host-DNS/FRITZ!Box-Einträge: Eintrag löschen, sofort wirksam.
- Hetzner-Snapshots und Dead-Man's-Switch sind rein additiv.
- Nichts in diesem Dokument erfordert `push --force`, History-Rewrite oder
Löschoperationen auf Datenpfaden.
## Offene Fragen an den Operator
1. **Strom:** Gibt es eine Messung des Host-Verbrauchs (W idle/last)? Ohne
Zahl ist der Bereich Kosten/Strom nicht bewertbar. → Shelly/Messsteckdose?
2. **RAM-Ausstattung des Hosts:** Wie viel RAM hat Kallilabcore gesamt und
wie ist die aktuelle Auslastung (`free -h`)? Bestimmt, wie aggressiv
Memory-Limits sinnvoll sind.
3. **Renovate-Verhalten gewollt?** Sollen Digest-Bumps auf `release`/`latest`
weiter automatisch als PRs kommen, oder ist die Pinning-Strategie aus
Empfehlung 1 die gewünschte Linie für alle Stacks?
4. **healthchecks.io o. ä. als externe Abhängigkeit akzeptabel?** Alternativ
ginge ein ntfy-basierter Heartbeat von einem zweiten Gerät (z. B. dem
Gaming-PC per Scheduled Task) — null neue Cloud-Abhängigkeit.
5. **FRITZ!Box-DNS-Fallback (3b):** Filterlücke bei AdGuard-Down akzeptieren
oder lieber nur den Host-Fallback (3a) umsetzen?