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Workflow - GitOps / No-Drift Regeln
Dieses Dokument definiert den verbindlichen Arbeitsablauf fuer Aenderungen an der Homelab-Infrastruktur.
Ziel
Es darf keine dauerhafte Abweichung zwischen:
- Gitea Online
- lokalem Clone
- Komodo-Stacks
- laufenden Docker-Containern
- Host-Konfiguration
geben.
Grundsatz:
Gitea Online ist die operative Quelle der Wahrheit.
Betriebsmodell
Die Rollen sind bewusst getrennt:
- Gitea Online ist
originund damit der verbindliche Sollzustand. - Der lokale Clone ist die Arbeitskopie fuer Aenderungen.
- Komodo deployed aus Gitea und ist kein Bearbeitungsort.
- Der Host ist Laufzeit, nicht Quelle der Wahrheit.
Operative Hierarchie
origin/masterin Gitea- lokaler Clone auf dem Windows-PC
- Komodo-Deployments / Webhooks
- laufende Container und Host-Dateien
Wenn diese Ebenen voneinander abweichen, gewinnt immer zuerst Git und nicht der manuelle Live-Zustand.
Standard-Workflow
Aenderungen werden immer in dieser Reihenfolge durchgefuehrt:
- Lokal synchronisieren
- Lokal aendern
- Commit erzeugen
- Push nach Gitea
- Komodo reagiert automatisch per Webhook
- Ergebnis testen
- Doku pruefen und nachziehen
Standardwerkzeug fuer den Alltag
Der bevorzugte lokale Workflow ist:
- GitHub Desktop fuer
Fetch,Pull,Commit,Push - Editor nach Wahl fuer Datei-Aenderungen
- Gitea Web fuer Historie, Review und kleine Notfaelle
- Komodo nur fuer Deploy-Status, Logs und Stack-Sicht
Tagesablauf mit GitHub Desktop
Vor lokaler Arbeit:
- GitHub Desktop oeffnen
Fetch origin- wenn noetig
Pull origin
Nach lokaler Arbeit:
- Aenderungen pruefen
- Commit mit sauberer Nachricht
Push origin- Komodo-Webhook im Hinterkopf behalten
Wenn online in Gitea gearbeitet wurde
Web-Aenderungen in Gitea sind erlaubt, aber nicht der Normalfall.
Wenn online etwas geaendert wurde, gilt vor der naechsten lokalen Arbeit:
- GitHub Desktop oeffnen
Fetch originPull origin- erst dann lokal weiterarbeiten
Sonst entsteht Drift zwischen Gitea Online und lokalem Clone.
Komodo-Regeln
Komodo ist in diesem Setup:
- primaeres Deployment-Werkzeug
- GitOps-Consumer fuer die Stacks
- Monitoring- und Status-Werkzeug
Deshalb gilt
- Stack-Konfiguration nur im Repository anpassen
- nicht im Komodo-Web-Editor arbeiten
- Pushes koennen automatisch einen Komodo-Deploy ausloesen
- wenn Komodo und Git voneinander abweichen, gewinnt Git
Ausnahme: Komodo-Zugangsmodell
Komodo bleibt bewusst ohne zentrale Traefik-ForwardAuth-Middleware.
Grund:
- Komodo hat eigene Authentifizierung
- Komodo nutzt REST- und WebSocket-Endpunkte
- Webhooks laufen ueber
/listener/... - Periphery nutzt den speziellen WebSocket-Pfad
/ws/periphery
Deshalb wird Komodo aktuell nur ueber Traefik veroeffentlicht, aber nicht pauschal mit authelia@file vorgeschaltet.
Regel: Aenderungen an Komodo-Auth, Komodo-Routing oder vorgeschalteter Middleware nur nach expliziter Wirkungspruefung auf:
- UI-Login
- Gitea-Webhooks
- Periphery-Verbindung
- API-/Automationszugriffe
Verbotene Arbeitsweise
Folgende Dinge sind grundsaetzlich zu vermeiden:
- Aenderungen direkt im Komodo-Web-Editor
- Aenderungen direkt per
docker run - Aenderungen an laufenden Containern ohne Repo-Anpassung
- spontane Host-Hotfixes ohne Nachdokumentation
- Secrets im Git-Repository
- mehrere kritische Dienste gleichzeitig migrieren
Erlaubte Arbeitsweise
Erlaubt und gewuenscht sind:
- Aenderungen an Compose-Dateien im Git-Repo
- Commit + Push vor jedem produktiven Deploy
- GitHub Desktop als Standardweg fuer den lokalen Sync
- Gitea Web fuer Review, Historie und kleine Hotfixes
- Host-Hotfixes nur im Ausnahmefall mit sofortiger Nachpflege im Repo
No-Drift-Prinzip
Definition
Configuration Drift liegt vor, wenn der reale Zustand vom Git-Zustand abweicht.
Beispiele:
- laufender Container wurde manuell veraendert
- lokaler Clone ist nicht mehr auf dem Stand von
origin/master - Komodo-Stack entspricht nicht mehr dem Repo
- Host-Dateien wurden angepasst, aber nicht dokumentiert
- Traefik dynamic config wurde lokal geaendert, aber Git weiss nichts davon
Regel
Wenn Drift erkannt wird, gilt:
- Drift nicht ignorieren
- Drift sofort benennen
- entscheiden:
- Repo an Realitaet anpassen
- oder Realitaet an Repo zurueckfuehren
- erst danach weiterarbeiten
Pflichtcheck bei Drift-Verdacht
Vor jedem Reparaturversuch muessen die Ebenen getrennt geprueft werden:
- lokaler Clone
- Gitea
origin/master - Komodo Stack Workspace
- Docker Runtime
- Host-Netzwerklistener
Das detaillierte Runbook steht in docs/GITOPS_DRIFT_RUNBOOK.md.
Regel: HostConfig.PortBindings allein beweist keinen aktiven Host-Port. Entscheidend sind NetworkSettings.Ports, docker ps, ss -ltnp und ein echter curl gegen den Host-Port.
Stop-Regel: Wenn zwei Reparaturversuche nicht zum erwarteten Ergebnis fuehren, keine weiteren Schreibbefehle ausfuehren. Erst die Pflichtmatrix aus dem Runbook ausfuellen.
Ausnahmefall: Hotfix auf dem Host
Manchmal ist ein Live-Hotfix noetig. Das ist erlaubt, aber nur unter diesen Bedingungen:
- Hotfix nur wenn der Dienst sonst nicht funktioniert
- Aenderung sofort dokumentieren
- Aenderung danach ins Git-Modell ueberfuehren
- kein stiller Dauerzustand
Pflicht bei Hotfixes
- Was wurde geaendert?
- Wo wurde es geaendert?
- Warum war es noetig?
- Muss diese Aenderung ins Repo uebernommen werden?
- Ist ein Rollback dokumentiert?
Ausnahme: Traefik Dynamic Config
Diese Dateien werden von Komodo nicht automatisch deployed.
Komodo deployed ausschliesslich docker-compose.yml-Dateien. Die Traefik-Konfigurationsdateien unter traefik/dynamic/ im Git-Repo werden nicht automatisch auf den Host uebertragen.
Diese Ausnahme bleibt bewusst bestehen. Der File-Provider wird weiterhin nur fuer zentrale Middlewares, TLS und Dashboard-Konfiguration genutzt, waehrend Service-Routing ueber Docker-Labels laeuft.
Betroffene Dateien
| Git-Pfad | Host-Pfad (NAS) |
|---|---|
traefik/dynamic/middlewares.yml |
/mnt/user/appdata/traefik/dynamic/middlewares.yml |
traefik/dynamic/tls.yml |
/mnt/user/appdata/traefik/dynamic/tls.yml |
traefik/dynamic/dashboards.yml |
/mnt/user/appdata/traefik/dynamic/dashboards.yml |
Pflicht-Workflow bei Aenderungen an Traefik Dynamic Config
- Datei im Git-Repo (
traefik/dynamic/) aendern - Commit + Push
- Datei manuell auf den Host kopieren
- Traefik laedt dynamic config automatisch neu
- Aenderung testen
Merksatz: Git-Commit allein reicht hier nicht. Ohne den manuellen Kopier-Schritt wirkt die Aenderung nicht.
Secrets-Regeln
- Secrets liegen niemals im Repository
- Secrets liegen unter
/mnt/user/appdata/secrets/ - Secrets werden ueber Datei-Mounts mit
_FILEVariablen oder Komodo Stack Environment Variables eingebunden - Rechte:
chmod 600 - Secret-Namen und Pfade werden in
docs/SECRETS_MAP.mddokumentiert
Image-Versionierung
- Mutable Tags wie
latest,stable,releaseoder reine Major-Tags werden nach Moeglichkeit auf den aktuell laufenden Digest gepinnt. - Digest-Pinning friert den bekannten Laufzeitstand ein; es ist kein automatisches Upgrade.
- Echte Versions-Upgrades sind ein eigener, bewusster Aenderungsblock mit anschliessendem Test.
- Wenn der laufende Digest unbekannt ist, wird er zuerst am produktiven Container ausgelesen und erst danach im Repo festgeschrieben.
DNS-Regeln fuer Container
Nicht alle Container koennen externe DNS-Namen aufloesen. Standardmaessig nutzt Docker 127.0.0.11 als internen DNS-Resolver. In bestimmten Netzwerk-Setups schlaegt externe Namensaufloesung damit fehl (server misbehaving).
Regel
Container die externe Domains aufloesen muessen erhalten explizit:
dns:
- 1.1.1.1
- 8.8.8.8
Aktuell betroffen
| Service | Grund |
|---|---|
traefik |
ACME Let's Encrypt (acme-v02.api.letsencrypt.org) |
ddns-updater |
IP-Erkennung (ipify.org) + Cloudflare API |
Dokumentationspflicht
Nach jeder erfolgreichen Migration oder relevanten Aenderung muessen diese Dateien geprueft werden:
docs/MIGRATION_LOG.mddocs/SECRETS_MAP.mddocs/ROLLBACK.mdHOMELAB_ARCHITECTURE_MASTER_V2.mdfalls Architektur betroffen istdocs/GITOPS_DRIFT_RUNBOOK.mdfalls GitOps-/Komodo-/Runtime-Drift betroffen ist
Sprint-Regel
Jede Migration wird als Sprint behandelt. Ein Sprint umfasst immer:
- Ist-Zustand pruefen
- Zielzustand definieren
- Compose-Datei im Repo anpassen
- lokal synchronisieren und aendern
- Commit + Push
- Deploy ueber Komodo
- Test
- Doku aktualisieren
- Sprint abschliessen
Nie mehrere kritische Dienste gleichzeitig aendern.
Rollback-Regel
Jede Aenderung muss rueckrollbar sein. Vor jedem Deploy muss klar sein:
- wie der letzte funktionierende Zustand aussieht
- welcher Commit der letzte stabile Stand ist
- ob Datenpfade unveraendert bleiben
- wie der Dienst im Fehlerfall zurueckgenommen wird
Wenn Rollback nicht klar ist, wird nicht deployed.
Arbeitsregel fuer KI-Assistenten
Wenn mit einer KI gearbeitet wird, gilt immer:
Lies zuerst:
HOMELAB_ARCHITECTURE_MASTER_V2.mddocs/WORKFLOW.md- die betroffene Compose-Datei
- ggf.
docs/MIGRATION_LOG.md
Erst danach duerfen Aenderungen vorgeschlagen werden.
Merksatz
Erst syncen, dann aendern. Erst Git, dann Deploy. Kein Drift, kein Chaos.